Abwicklungszeitraum

Die Börsegeschäfte in CCP-fähigen Wertpapieren sind am zweiten Abwicklungstag nach dem Tag des Geschäftsabschlusses zu erfüllen (vorgesehener Abwicklungstag ist T+2). 

Verfahren bei Lieferverzug

Bei Lieferverzug hat die Abwicklungsstelle der Reihe nach folgende Maßnahmen durchzuführen:

  •  Verlängerungszeitraum 
  •  Buy-in Prozess (Eindeckungsvorgang)
  •  Cash Settlement (Barausgleich)

Für die Dauer des Lieferverzugs sind für die Höhe des fehlenden Betrags beim säumigen Clearingmitglied auf Grundlage von § 100 BörseG 2018 Strafzinsen gem. §§ 35 (8) und 55 (1) Allgemeine Geschäftsbedingungen der CCP.A fällig.

Buy-in Prozess

Während dem Verlängerungszeitraums besteht die Möglichkeit für das säumige Clearingmitglied, selbst für nachträgliche Eindeckung der festgestellten Fehlmengen zu sorgen oder die CCP.A mit der Durchführung eines Buy-ins zu beauftragen. Die CCP.A versucht sowohl über direkte Kontaktaufnahme mit potentiellen Verkäufern, als auch über Ausschreibung auf unserer Website im Bereich aktuelle Ausschreibung die Fehlmenge zu beschaffen. Die Beauftragung sollte möglichst früh schriftlich, per Fax oder per Email erfolgen.

Abwicklungsperiode

Abhängig von den verschiedenen an der Wiener Börse gehandelten CCP-fähigen Instrumenten läuft die Abwicklung der CCP.A nach zwei unterschiedlich langen Abwicklungszyklen ab.

Die Abwicklungsperiode von T+2 sowie das Risikomanagement-Modell bleiben hiervon unberührt. Die Abwicklungsperiode umfasst einen Zeitraum von zwei Tagen zwischen dem Tag des Geschäftsabschlusses (T) und dem vorgesehenen Abwicklungstag (S).

Abwicklungszyklus für CCP-fähige Aktien, deren Haupthandelsplatz in der Europäischen Union liegt

Dieser Abwicklungszyklus beruht auf einem Verlängerungszeitraum bis S+4, welcher für CCP-fähige Aktien, deren Haupthandelsplatz in der Europäischen Union liegt, anwendbar ist und im ersten Buchungslauf an S beginnt:

Abwicklungszyklus für CCP-fähige Aktien, deren Haupthandelsplatz in einem Drittland liegt, sowie andere CCP-fähige Wertpapiere (Bonds, ETFs, Zertifikate und Warrants)

Die Unterscheidung zum längeren Abwicklungszyklus basiert auf einem längeren Verlängerungszeitraum in Übereinstimmung mit Artikel 37 der delegierten Verordnung (EU) 2018/1229 (RTS zur Abwicklungsdisziplin) von S+4 auf S+7 für die folgenden, an der Wiener Börse notierten Finanzinstrumente:

  • CCP-fähige Aktien, deren Haupthandelsplatz in einem Drittland liegt (Artikel 16 Verordnung (EU) Nr. 236/2012)
    Übersicht herunterladen
  • andere CCP-fähige Wertpapiere (Bonds, ETFs, Zertifikate und Warrants)

Diese Ausdehnung des Verlängerungszeitraums stellt den Clearingteilnehmern zusätzliche Abwicklungstage für die Erfüllung der Lieferverpflichtung zur Verfügung, ehe ein Buy-in eingeleitet wird. Dies trägt dazu bei, dass das Risiko von Cash Settlements für unsere Clearingteilnehmer deutlich reduziert wird, was zu einer allgemeinen Verbesserung der Abwicklungseffizienz führt.