Ausgangssituation

CCP Austria wurde 2004 durch Zusammenführung des Kassamarktclearings, welches von der Oesterreichische Kontrollbank AG als Abwicklungsstelle für Kassaprodukte seit 1949 und des Terminmarktclearings, welches von der Wiener Börse AG seit 1991 durchgeführt wurde, gegründet. CCP Austria verfügt seit dem 14. August 2014 über eine Zulassung gemäß European Markets Infrastructure Regulation (EMIR) und unterliegt der Aufsicht der nationalen Aufsichtsbehörde Finanzmarktaufsicht (FMA). CCP Austria erfüllt gemäß EMIR alle Veröffentlichungspflichten auf der Homepage www.ccpa.at.

Um den laufenden Anforderungen aus den Regulierungen wie EMIR, IOSCO etc. an CCPs gerecht zu werden und um ihre Position im europäischen Umfeld zu vertreten, ist CCP Austria Mitglied der European Association of Clearing Houses (EACH; www.eachccp.eu) und ist in den verschiedenen Arbeitsgruppen (Legal, Policy, Risk) vertreten.

 

Strategische Ausrichtung der CCP.A

Die CCP.A wird als schlankes und kosteneffizientes Unternehmen geführt. Das Unternehmen hat sich als die Gesellschaft für Börseabwicklung und Risk-Management in Österreich positioniert und unterstützt gemeinsam mit den anderen Kapitalmarktinfrastrukturen Wiener Börse und OeKB CSD die Internationalisierung des österreichischen Kapitalmarktes.

Durch die Intensivierung der Kundenbeziehungen bieten wir maßgeschneiderte Lösungen entsprechend der AGBs und der regulatorischen Rahmenbedingungen für die verschiedenen Themenstellungen rund um Clearing und Risk Management. In unserem und im Interesse unserer Clearingkunden beschäftigen wir uns kontinuierlich mit der Weiterentwicklung von Dienstleistungen und Prozessen rund um Clearing und Risk Management.

Die CCP Austria versteht sich als kundenorientiertes Unternehmen, dessen Service das Clearing sowie das Management aller relevanten Risiken ist. CCP. Austria trägt für über 99,9% aller CCP-fähigen Geschäfte an der Wiener Börse das Erfüllungs- bzw. Ausfallsrisiko bei der Abwicklung der Wertpapiergeschäfte.

 

Strategie der CCP.A

Die CCP Austria garantiert als Infrastruktur eine ordnungsgemäße und transparente Abwicklung der an der Wiener Börse abgeschlossenen Geschäfte. Mit einem modernen Clearingsystem leistet CCP Austria ihren Beitrag zu einem starken und international wettbewerbsfähigen heimischen Kapitalmarkt. CCP Austria ist indirekter Teilnehmer am vom Eurosystem bereitgestellten Abwicklungssystem T2S, welches die Abwicklung der Geld- und Stückesalden ermöglicht.

 

Ziel der CCP.A  

  • Bereitstellung einer sicheren, effizienten und effektiven Infrastruktur in Österreich für die Abwicklung von Wertpapiergeschäften

    • durch Einsatz technologischer Produkte und unter Berücksichtigung von internationalen Standards und Regulierungen

  • laufende Erfüllung aller regulatorischen und legistischen Anforderungen an eine CCP

    • ESMA Stress Tests

  • Minderung des Systemrisikos und Erhöhung der Transparenz

    • durch den Eintritt als Zentrale Gegenpartei in Wertpapier-Geschäfte

  • Harmonisierung der Abwicklungsusancen mit denen der europäischen Leitmärkte

    • durch Berücksichtigung internationaler Marktstandards

  • Vereinfachung der Prozessketten in der Abwicklung 

    • durch größtmögliche Integration der beteiligten Systeme und Nutzung standardisierter Schnittstellen

  • Kostenbewusstsein in der gesamten Abwicklungskette, bei CCP Austria und den Clearingteilnehmern

  • Laufende Erweiterung der bereits breiten Produktpalette von geclearten Wertpapierkategorien

    • rd. 12.000 ISIN
    • Aktien, Anleihen, Optionsscheine, Zertifikate und Fonds
    • rd. 550 international gelistete Aktien von 19 verschiedenen Heimatmärkten

 

Aus strategischer Sicht bietet sich für CCP Austria mit dem wirtschaftlich und politisch stabilen Standort Österreich - aufgrund der zentralen Lage und der hier ansässigen international tätigen Finanzinstitutionen und deren vielfältigen Verflechtungen in der Region - eine ideale Basis, um langfristig im Bereich des Clearings eine

  • regionale Konsolidierung,

    • mit dem Ziel, lokalen Märkten in CEE Clearing- und Risk Management Services anzubieten und sie damit stärker in den Fokus internationaler teilweise bereits bestehender CCP-Kunden zu rücken – allen voran Tschechien – und

  • optimale Nutzung von Skaleneffekten

    • durch Einbeziehung von Handelsergebnissen bestehender regionaler Infrastrukturen (Börsen) sowie alternativer Plattformen (MTF, OTF, OTC) aus der gesamten Region zu erreichen. 

Central Counterparties (CCPs) und regulatorische Anforderungen sind ein vieldiskutiertes Thema in der Finanzwelt. Seit der globalen Finanzkrise 2008 und 2009 wurde die Einführung von CCPs in den meisten entwickelten Kapitalmärkten zum Standard. Derzeit müssen die regionalen und kleineren Kapitalmärkte entscheiden, ob die Einführung einer CCP internationale Handelsmitglieder an den Finanzplatz bringen kann. Das birgt gleichzeitig die Chance, eine moderne Marktstruktur aufzubauen, die Liquidität zu erhöhen und Zugang zu Kapital zu bekommen, um zukünftiges Wachstum sicherzustellen. Die Wiener Börse AG hat zu diesem Thema ein Whitepaper veröffentlicht.

Whitepaper (PDF 1 MB - Englisch)