Ausgangssituation
Die CCPA entstand im Jahr 2004 durch Zusammenführung des Kassamarktclearings der Oesterreichischen Kontrollbank AG – die seit 1949 als Abwicklungsstelle für Kassaprodukte fungierte – und des von der Wiener Börse AG seit 1991 betriebenen Terminmarktclearings.
Seit dem 14. August 2014 verfügt die CCPA über eine Zulassung gemäß European Market Infrastructure Regulation (EMIR) und unterliegt der Aufsicht der nationalen Aufsichtsbehörde Finanzmarktaufsicht (FMA). Im Jahr 2021 wurde die EMIR-Clearinglizenz der CCPA um Stromspotmarktprodukte, die an der EXAA gehandelt werden, erweitert.
Um den laufenden regulatorischen Anforderungen gerecht zu bleiben – darunter EMIR, die IOSCO Prinzipien für Finanzmarktinfrastrukturen, der Digital Operational Resilience Act (DORA) sowie die Verordnung zu CCP Recovery & Resolution – und um ihre Position im europäischen Umfeld zu vertreten, ist die CCPA Mitglied der European Association of Clearing Houses (EACH www.eachccp.eu) und ist in den verschiedenen Arbeitsgruppen (Legal, Policy, Risk, Energy, Cyber Security) vertreten. Darüber hinaus ist die CCPA seit 2026 ein Observer Member bei CCP Global (www.ccp-global.org). Hierdurch soll ein kontinuierlicher Abgleich der Prozesse und Systeme mit aktuellen europäischen und internationalen regulatorischen Entwicklungen gewährleistet werden.
Strategische Ausrichtung der CCPA
Die CCPA wird als schlankes und kosteneffizientes Unternehmen geführt. Das Unternehmen hat sich als Gesellschaft für Börsenabwicklung und Risikomanagement in Österreich positioniert und unterstützt gemeinsam mit den anderen Kapitalmarktinfrastrukturen - Wiener Börse und OeKB CSD - sowie in enger Zusammenarbeit mit der EXAA als österreichische Strombörse die Weiterentwicklung und Internationalisierung des österreichischen Kapital- und Energiemarktes.
Durch die Intensivierung der Kundenbeziehungen bieten wir maßgeschneiderte Lösungen entsprechend den AGB und den regulatorischen Rahmenbedingungen für die verschiedenen Themenstellungen rund um Clearing und Risikomanagement. In unserem und im Interesse unserer Clearingmitglieder und -kunden beschäftigen wir uns kontinuierlich mit der Weiterentwicklung von Dienstleistungen und Prozessen rund um Clearing und Risikomanagement sowohl für den Kapitalmarkt als auch für den Strommarkt.
Die CCPA versteht sich als kundenorientiertes Unternehmen, dessen Service das Clearing sowie das Management aller relevanten Risiken ist. Die CCPA trägt für alle CCP-fähigen Wertpapiere an der Wiener Börse das Erfüllungs- bzw. Ausfallsrisiko bei der Abwicklung der Wertpapiergeschäfte und stellt damit eine zentrale Säule der österreichischen Marktinfrastruktur dar.
Strategie der CCPA
Die CCPA garantiert als Infrastruktur eine ordnungsgemäße und transparente Abwicklung der an der Wiener Börse und der EXAA abgeschlossenen Geschäfte. Mit einem modernen Clearingsystem leistet die CCPA ihren Beitrag zu einem starken und international wettbewerbsfähigen heimischen Kapital- und Energiemarkt. Die CCPA nutzt die TARGET Services des Eurosystems und ist indirekter Teilnehmer in T2S (für die Wertpapierabwicklung) und direkter Teilnehmer in T2 (für die Zahlungsabwicklung). Beide Finanzmarktinfrastrukturdienste unterstützen eine effiziente, sichere und europaweit harmonisierte Wertpapier- und Zahlungsabwicklung.
Am Strommarkt hat die CCPA Abwicklungsvereinbarungen für die finanzielle Abwicklung der grenzüberschreitenden Stromflüsse geschlossen, um gemeinsam mit der EXAA in ihrer Rolle als Nominated Electricity Market Operator (NEMO) den Marktteilnehmern den Handel in der europaweiten Marktkopplungsauktion zu ermöglichen.
Ziele der CCPA
- Bereitstellung einer sicheren, effizienten und effektiven Infrastruktur in Österreich für die Abwicklung von Wertpapier- und Strombörsengeschäften
- durch Einsatz technologischer Produkte und unter Berücksichtigung von internationalen Standards und Regulierungen
- laufende Erfüllung aller regulatorischen und legistischen Anforderungen an eine CCP
- insb. EMIR, DORA, CCP Recovery & Resolution
- ESMA Stress Tests sowie weitere aufsichtsrechtliche Prüfprozesse
- Minderung des Systemrisikos und Erhöhung der Transparenz
- durch den Eintritt als zentrale Gegenpartei in Wertpapier- und Strombörsegeschäfte
- Harmonisierung der Abwicklungsusancen mit jenen der europäischen Leitmärkte
- durch Berücksichtigung internationaler Marktstandards und kontinuierliche Anpassung an europäische Marktpraktiken
- Vereinfachung der Prozessketten in der Abwicklung
- durch größtmögliche Integration der beteiligten Systeme und Nutzung standardisierter Schnittstellen sowohl im Kapitalmarkt- als auch im Strommarkt‑Clearing
- Kostenbewusstsein in der gesamten Abwicklungskette, bei der CCPA und den Clearingteilnehmern
- durch effiziente Prozesse, moderne und sichere IT‑Systeme und transparente Gebührenmodelle
- Laufende Erweiterung der breiten Produktpalette von geclearten Wertpapierkategorien
- rd. 12.000 ISIN
- Aktien, Anleihen, Optionsscheine, Zertifikate und Fonds
- rd. 950 international gelistete Aktien von 19 verschiedenen Heimatmärkten
- Erweiterung um Strom‑Spotmarktprodukte, die an der EXAA gehandelt werden
Weiterführende Links
CCPs als Möglichkeit zur Entwicklung von Kapitalmärkten
Central Counterparties (CCPs) und regulatorische Anforderungen sind ein vieldiskutiertes Thema in der Finanzwelt. Seit der globalen Finanzkrise 2008 und 2009 wurde die Einführung von CCPs in den meisten entwickelten Kapitalmärkten zum Standard. Derzeit müssen die regionalen und kleineren Kapitalmärkte entscheiden, ob die Einführung einer CCP internationale Handelsmitglieder an den Finanzplatz bringen kann. Das birgt gleichzeitig die Chance, eine moderne Marktstruktur aufzubauen, die Liquidität zu erhöhen und Zugang zu Kapital zu bekommen, um zukünftiges Wachstum sicherzustellen. Die Wiener Börse AG hat zu diesem Thema ein Whitepaper veröffentlicht.
Whitepaper (PDF 1 MB - Englisch)
